Black Storks on line

Kurz von "Afrika-Odyssee" Projekt

Im Rahmen von "Afrika-Odyssee" Projekt folgen wir gemeinsam mit Zuhörern vom Tschechischen Rundfunk 2 - PRAHA dem Leben und weiten Zügen von Schwarzstörchen (Ciconia nigra). In 1994 gab es eingige zur Entstehung dieses umfangreichen Projekts führende Anregungen, die wichtigsten sind in folgende noch heute gültige Stichwörter zusammenzufassen:
  • Bisher haben wir von der Vogelmigrierung nach Afrika nur wenig ausführliche Informationen, von Schwrzstorch gillt das doppelt so.
  • Die in Europa geschützten Zugvögel verbringen eine Hälfte deren Lebens auf Zügen und in Wirterorten - auch da brauchen sie Schutz. Zuerst brauchen wir jedoch zu erfahren, wohin und auf welchen Wegen sie fliegen.
  • Wir wollen den Zuhörern vom Tschechischen Rundfunk eine der interessantesten Naturerscheinungen näherbringen, sie für die Umweltschutz-Ideen gewinnen, sie mit Möglichkeiten von modernen Technologien bekanntmachen und über die für uns geographisch und kulturell entfernte Länder informieren.
  • Wir wollen beweisen, daß anspruchsvolle nicht komerzielle Projekte auch in Bedingungen der sich änderndern Wirtschft zu realisieren sind.
Eine der Stützen von ganzem Projekt ist Nutzung der modernsten Technologien. Mittels der als "Rucksack" an Rücken der Störche befestigten Satellitensender (PTT - Platform Transmitter Terminal), die vom Argos-System monitoriert werden, haben wir Möglichkeit ausführliche Informationen von dem ganzen Weg zwischen dem Nistort und dem afrikanischen Winterort zu gewinnen. Nur ein Jahr vor Anfang der "Afrika-Odyssee" wurde ein System für schnelle Datenverarbeitung entwickelt, das unter optimalen Bedingungen binnen 20 Minuten ermöglicht, Information über die Lage des Senders überall auf der Erde zu bekommen. Gerade dank dieser technischen Neuheit (kombiniert mit konventioneller Telemetrie und mit Nutzung von Inmarsat M- und GPS-Systemen) konnten wir zum allererstenmal in der Geschichte von Studium der Vogelmigration einen unserer Störche wortwörtlich "step by step" während seines ganzen Zugs von Mitteleuropa nach Westafrika begleiten. Das "Afrika-Odyssee" Projekt erfreut sich einer großen Publizität. Regelmäßige Informationen von Verlauf der Schwarzstorchmigirerung bringt nicht nur der Tschechische Rundfunk, sondern auch eine weite Reihe anderer Medien. Der Tschechische Rundfunk 2 - PRAHA wurde dazu noch Organisator von Forschungsexpeditionen nach Afrika, von denen mehrmals in der Woche live-Sendungen und Reportagen gesendet wurden.

Die von Satelliten-Beobachtung und Expeditionen gewonnenen wissenschaftlichen Daten werden schrittweise ausgewertet. Sie erweitern wesentlich unsere Kenntnisse nicht nur von Schwarzstörchen, sondern auch von Phänomen des Vogelszugs überhaupt. Sie weisen auch daraf hin, wie die Welt gemeinsam verbunden ist. Der Naturschutz in Europa wird nicht wirksam, wenn es für die Zugvögel auf deren alljährlichenen Zügen nach Süden kritische Orte gibt, oder wenn sich die Umwelt in deren Winterorten in Afrika auf eine unerträgliche Art verändert.

Während der Jahre 1995 bis 1999 machten sich auf den Weg insgesamt 17 Schwarzstörche "mit Rucksäcken", wobei ein Weibchen wiederholt beobachtet wurde (Zuzana) und ein weiteres Weibchen sogar viermal nacheinander (Kristýna).

In der ersten Saison (1995/96) wurden bezeichnet die Wiebchen Kristýna (der allererste mit Satellitensender bezeichnete Schwarzstorch auf der Welt) und Zuzana und das Männchen Viktor. Alle Vögel erreichten erfolgreich deren Winterorte, und es ist einzigartig, daß jeder von ihen bißchen unterschiedliche Strategie von Zug und auch geographisch ganz unterschiedlichen Winterort gewählt hatte. Kristýna flog durch sogenannten westlichen Weg über Gibraltar und fand ihr Wnterort im östlichen Senegal. Zuzana und Viktor wählten den östlichen Weg nach Winterort, wobei der von Zuzana in Äthiopien war, Wiktor blieb zuerst in Tschad, dann in der Mittelafrikanischen Republik. Kristýna wurde während ihres Zugs "step by step" von der Expedition von Tschechischen Rundfunk 2 - PRAHA begleitet. Nach Untersuchung ihres Winterortes beobachteten vier Mitglieder dieser Expedition in östlichen Tschad auch Viktor. Im Frühling 1996 kehrten erfolgreich alle Störche in den Nistort in Tschechien zurück.

Exhibition In der nächsten Saison (1996/97) machten sich Kristina und Zuzana wieder auf den Weg, und als neuer Mitglied wurde das Männchen Oskar "ausgesandt". Kristýna kam auf den selben Ort zurück, obwohl sie diesmal ein bißchen anderen Weg wählte. Auch Zuzana blieb im Winter fast auf dem selben Ort wie im Vorjahr. Ihr Winterort hatte die nächste Expedition untersuchen wollen, sie fand jedoch leider Zuzana tot . (Die Ursache von ihrem Tod war Vandalismus hießiger Einwohner. Die Expedition widmete sich dann Untersuchung der Winterorte von Schwarzstörchen.) Oskar verbrachte fast den ganzen Winter in östlichstem Teil der Mittelafrikanischen Republik. In Frühling kehrte nach Tschechien nur Kristýna zurück, wobei uns diesmal gelang, auch ihren Rückweg zu dokumentieren. Oskar schloß seinen Zug tragisch in der Mitte von Ägypten ab.

In der dritten Saison (1997/98) flogen in seine Winterorte vier von uns beobachteten Schwarzstörche. Es war wieder Kristýna, die so der am längsten beobachtete Zugvogel in der Welt wurde, ihr Partner von Nest Jakub, das Weibchen Tereza und das Männchen Martin. Wie erwartet, beendete Kristýna ihren Zug wieder auf dem selben Ort in der Nähe von Khossanto in Senegal, während ihr "Ehemann" Jakub auf dem östlichen Weg bis nach Nigerien flog (kurz danach hörte sein Sender auf zu funktionieren, die nächste Nachricht von Jakub kam erst im Februar 1999, nachdem er bei Bauchi in Nigerien gestorben war). Martin flog ähnlich wie Kristýna in westliche Richtung, sein Winterort war am Fluß Niger in Mali. Tereza kam ums Leben im Oktober im Antiatlas-Gebirge im südlichen Marokko. Im Frühling kehrten nach Tachechien nur Kristýna und Martin zurück.

Kristýna mit ihrem neuen Partner David nisteten sich in Brdy (in Mittelböhmen) ein, unweit von ihrem Nistort von vorigen Jahren. Von 21. Mai bis 15. August wurde live-Sendung von diesem Nest ins Internet übertragen. Die Störche kümmerten sich um vier Junge, drei von denen konnten dann das Nest verlassen. Spätere DNA Analyse zeigte, daß es um Männchen geht, sie bekamen Namen Ondøej, Hynek und Jonáš, und wurden genauso wie Kristýna im Sommer mit Sender bezeichnet.

In der vierten Saison (1998/99) sollte Migration von einer ganzen Familie der Schwarzstörche beobachtet werden. Der Satelitsender von Ondøej versagte aber schon im August, Hynek wurde in Südfrankreich erschossen, und Jonᚠvergiftete sich halb in Westböhmen, so daß er in Gefangenschaft gesetzt werden mußte. (Am Jahresende wurde er im Flugzeug nach Südspanien gebracht und in die Natur freigelassen.) Beide erwachsene Störche werließen das Nest gemeinsam, und trennten sich erst in Ostfrankreich. Kristýna flog dann zu ihrem Winterort im Ostsenegal, Dawid überwinterte in Südspanien.

Im Frühling 1999 kam von der ganzen Familie der Schwarzstörche nur David zurück, der sich mit seiner neuen Partnerin wieder in Brdy niederließ. Kristýna wurde im Senegal, südlich von ihrem Winterort, wahrscheinlich Opfer von einem Raubtier oder Raubvogel. Ihr "Rucksack" wurde im April angebrannt in einem nicht besiedelten Busch gefunden. Jonᚠblieb den ganzen Sommer in Südspanien.

In der fünften Saison (1999/2000) wurde wieder ein Versuch um das Beobachten der ganzen Familie verwirklicht, diesmal von dem Gebiet um Rakovník. Das Paar von Männchen Kryštof und Weibchen Dominika wurde schon während des Nistens monitoriert (siehe Videoaufnahmen), als es drei Junge - die Männchen Otakar, Karel und Václav - pflegte. Anfang Juli wurde ins Nest noch das Weibchen Sissi gesetzt, die in Alpenzoo Innsbruck ausgeschlüpfte. Sowohl Kryštof als auch Dominika machten sich unabhängig voneinander südwestlich auf den Weg. Die Jungen verließen das Nest gemeinsam, zu dieser Zeit funktionierte jedoch nicht mehr der Sender von Karel. Kurz danach verstummte in Osterreich auch der Sender von Sissi. Otakar und Václav setzten fort Richtung Südwesten.

Krystof erreichte seinen Winterort am Fluß Karakoro an der Grenze von Mali und Mauritanien, Dominika verweilte in Süden von Mauritanien. Es gelang nicht mehr, dem Weg von Otakar weiter zu folgen, es gelang nur zu erfinden, daß er Mitte Oktober in Nordwestafrika war. Vaclav, der aus Deutschland Richtung Südosten flog und das Adriatische Meer (!) überflog, weurde in SüdItalien erschossen.

Im Dezember 1999 wurde Dominika im Süden von Mauritanien bei der Stadt Maghama von der Expedition des Tschechischen Rundfunks beobachtet. Gemeinsam mit Dominika hielten sich auf einem relativ kleinem Gebiet in der Überflutungszone vom Fluß Senegal weitere mindestens 75 Schwarzstörche auf. Es ging also um bisher größten Winterort, der während der 5 Jahre vom Afrika-Odyssee Projekt entdeckt wurde. Die Störche fingen Fische selbständig oder in kleinen Gruppen, nachmittags scharten sich an einer größerer Wassequelle, erst nach Sonnenuntergang flogen sie auseinander zur Übernachtung. Die Expedition monitorierte kurz auch Krystof, der im Dezember nach Mali überflog. Im Bush bei einem ausgetrocknetem Marigot war er nur mit einem anderem Schwarzstorch.

Im Januar nach mehr als drei Monaten empfing einer ser Sateliten Signal vom Otakars Sender. Es geling uns zu bestimmen, daß er sich im Westafrika befand. Ende Januar flog Krystof nach Süden weit von seinem bishereigen Winterort - er erreichte Siera Leone. Auch Dominika flog Ende Februar Richtung Süden. Die Sateliten haben sie zum letztenmal im östlichen Senegal lokalisiert.

Krystof machte sich auf den Weg zurück am 2. März, und vor allem über Afrika flog er sehr schnell (am einem Tag auch 488 km), das Gebiet um Rakovník (Mittelböhmen) erreichte er also schon am 1. April. Zwei Wochen später wurde Dominika in seiner Nähe beobachtet. Beide Störche bauten ein neues Nest, was jedoch mit mindestens einem Ei heruntergeschoben ist.

In der sechsten Saison (2000/2001) wurden nicht nur Schwarzstörche, sondern auch Weißstörche (Ciconia ciconia) beobachtet. Zwei Weibchen von Weißstorch wurden auf dem Nest im Zoo Dvur Kralove nad Labem mit dem Sender bezeichnet. Sie verliessen das Nest am 18.August und machten sich auf den Weg Richtung Osten. Marta erreichte schon am 6. September südöstlichen Sudan, Zofie starb an elektrischer Leitung in europäischenmTeil der Türkei. Das Männchen von Schwarzstorch Krystof (wird beobachtet schon das zweite Jahr) flog weider durch den westlichen Weg, in Süden von Marokko versagte jedoch sein Satelitensender. Das junge Schwarzstorchweibchen Johana, die in Brdy bezeichnet wurde, flog Richtung Südosten.

Miroslav Bobek, František Pojer, Magdaléna Pilná, Lubomír Peške, Ivo Hulínský, Jaroslav Šimek, Martin Straka 

Miroslav Bobek, František Pojer

Last Update von diesem Text September 2000

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Texts by Miroslav Bobek and František Pojer
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